Die Reise in die Mitte des Auges

Von Thomas Reuter / Erschienen bei taeglich.me

Lorenz-Optik setzt den „EasyScan“ ein, um Kunden frühzeitig Hinweise auf Erkrankungen des Auges geben zu können.

Fotos: Lorenz-Optik

Auf den ersten Blick erinnert dieses Gerät an eines, das bei jedem Optiker zu finden ist. Da rückt der Kunde – das Kinn auf eine Art Ablage gelegt – ganz nah an zwei Objektive heran und der Optiker kann die Sehstärke testen.

Das ist Standard bei Optikern. Dieses Gerät aber ist es keinesfalls. „EasyScan“ heißt es und ermöglicht nichts anderes als eine digitale Reise in die Mitte des Auges. Augenoptikermeister Thomas Prinz, Inhaber von Lorenz-Optik an der Wilhelmstraße 92, hat dies seit diesem Jahr in Betrieb. „Mit diesem Gerät können Gefahren für die Netzhaut frühzeitig erkannt werden“, erklärt Prinz im TME-Gespräch.


„Dieser Service ersetzt keinesfalls den Augenarzt“, betont Prinz. „Wir als Optiker können aber einen Hinweis geben, ob eine Auffälligkeit vorliegt.“ Danach muss der Kunde entscheiden, ob er den Empfehlungen nachkommt. Und das kann eben auch eine Vorsorgeuntersuchung in einer Arztpraxis sein.“

Auf einem Bildschirm erscheinen zwei grelle, runde Körper, die an gleißende Sonnen erinnern. Virtuell nimmt Prinz den Betrachter auf eine Reise in Auge mit: erst in den vorderen Augenabschnitt, Hornhaut und Linse. Dann macht der „EasyScan“ Aufnahmen durch die Pupille hindurch – bis tief ins Augeninnere.

Auf einer Messe Ende 2017 hatte Prinz dieses Gerät erlebt und war davon fasziniert. Nach einer intensiven Schulung kann er nun diesen Test durchführen. „Dieser Test dauert drei Minuten. In dieser Zeit kann der Kunde eine Menge über den Zustand der Augen bis in die tiefen Schichten der Netzhaut erfahren.“ Unter anderem könnten so anatomische Veränderungen festgestellt werden. Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, über ein telemedizinisches Referenzenteam detaillierte Ergebnisse zu erhalten. „Wie gesagt: Es ist eine Hinweisgebung, eine Empfehlung.“

Bei etwa 20 Prozent der entdeckten Auffälligkeiten oder Veränderungen  – wie einem Loch in der Netzhaut oder einem Glaukom-Anfall – sei ein Arztbesuch anschließend erforderlich.

Auch ein Thema, das Optiker laut Prinz zunehmend beschäftigt: die „digitale Augenkrankheit“. Das blaue Licht, das von PC, Tablet, Flachbild-TV und Smartphone ausgeht, kann dazu führen. „Es gibt inzwischen speziell entwickelte Brillengläser, die dieses blaue Licht auffangen und so gegen eine Ermüdung der Augen wirken“, sagt Prinz.